Ein Rave inmitten der marokkanischen Wüste: Bässe dröhnen, die Kamera wandert durch Gruppen von ekstatisch tanzenden Menschen. Mittendrin befinden sich Luis und sein zwölfjähriger Sohn Esteban. Sie sind auf der Suche nach Luis‘ Tochter Mar, von der er seit Monaten nichts gehört hat und lediglich weiß, dass sie bei einem solchen Rave war.
Als plötzlich das Militär die Versammlung auflöst, schließen sich Luis und Esteban spontan einer Gruppe an, die versucht, quer durch die Wüste zu einem anderen Rave zu kommen. Im weiteren Verlauf folgt man dem Weg der Protagonisten, die bis auf Luis von Laiendarstellern gespielt werden. Mit ihren zu Wohnmobilen umfunktionierten Trucks geht es durch Sand, Geröll und über Berge, immer auf der Hut vor patrouillierenden Militärkonvois.
Mit diesem bizarren Roadmovie der vielfach ausgezeichnete Regisseur Oliver Laxe seinen bislang radikalsten Film. Er führt seine Figuren und das Publikum auf einen erschütternden Weg zwischen Leben und Tod, zwischen Rausch und Offenbarung, getragen von hypnotischen 16mm-Bildern und einem treibenden Soundtrack von Kangding Ray.
Sirat ist Kino als Grenzerfahrung – roh, intensiv und zutiefst menschlich.