PL 2020, 88min, R: Mariusz Wilczyński


präsentiert von filmPOLSKA

Eine Stadt irgendwo in Polen, vermutlich Łódź, für die das Wort „trist“ erfunden wurde – in den Achtziger- oder Neunzigerjahren kleben geblieben, düster, farblos, verregnet, erdrückt von rauchenden Fabrik-Schornsteinen, bewohnt von teilnahmslosen Menschen, deren einzige Lichtpunkte die flackernden Neonröhren der Straßenbahn sind. Menschen werden geboren, Menschen leben, Menschen sterben und der Kreislauf beginnt von vorn.

In dieser Umgebung, die zwar Wilczyński-typisch grob gezeichnet, aber in manchen Momenten fast fotorealistisch animiert ist, erzählt der Zeichner und Autor eine Geschichte – seine Geschichte, denn das Kind bzw. der alternde Mann hört auf den Namen Mariusz, dreht einen schwer in Worte zu fassenden Film und unternimmt dabei eine Zeitreise durch sein Leben, bis zu seinen Anfängen und die Zeit davor. Aus zunächst schwer dechiffrierbaren, kryptischen Szenen setzt sich Stück für Stück – an den Gitarren-Riffs von Rock-Ikone Tadeusz Nalepa entlang hangelnd – eine hochemotionale Reflexion über das Werden und Vergehen zusammen, synchronisiert von der crème de la crème polnischer Schauspielkunst.

Mariusz Wilczyński (geb. 1960) studierte an der Kunstakademie in Łódź und erregte schon früh als bildender und Performance-Künstler Aufsehen. Mitte der Neunzigerjahre begann er, Animationsfilme zu drehen, bei denen er häufig allein für Regie, Drehbuch, Zeichnungen und Animation zuständig war. Sein erster Langfilm „Zabij o i wyjedź z tego miasta“ war der erste Animationsfilm, der den Hauptpreis beim Filmfestival in Gdynia gewinnen konnte.

Vorverkauf

Datum: Sa, 28.08.21
Zeit: 20:30 Uhr