DE 1991, 28min, R: Angelika Nguyen


Linkes Sommerkino | in Kooperation mit: NEA

Mit dem Zusammenbruch der DDR verloren die Verträge, die die Arbeits- und Lebensgrundlagen der Vertragsarbeiter*innen aus anderen sozialistischen Staaten definierten, schlagartig ihre Gültigkeit. Rund zwei Drittel der 1989 damals in Ostdeutschland lebenden Vertragsarbeiter*innen kommen aus Vietnam. Die Umbrüche rund um den Mauerfall zwingen viele von ihnen zur Rückreise oder in die Arbeitslosigkeit.

Über die Hälfte ihres Arbeitslosengeldes geht für die Miete ihrer Wohnheimplätze drauf. Der Rest reicht kaum zum Leben. Diese Wohnsituation, in denen Familien auf engstem Raum leben müssen, ist die krasseste Aufforderung der Institutionen an die Vietnames*innen zu gehen. Wer noch einen Job beispielsweise in der Textilbranche hat, wird immer schlechter bezahlt. Vietnames*innen werden nun von ihren ehemaligen Arbeitskolleg*innen als Lohndrücker*innen und Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt angesehen. Immer offener schlägt ihnen im Alltag Rassismus entgegen. »Bruderland ist abgebrannt« schildert die Erfahrungen von Zukunftsangst und Alltagsrassismus in den Umbrüchen nach dem Mauerfall aus der Sicht der vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen.

Podiumsdiskussion
In diesem August jährt sich das Pogrom von Lichtenhagen zum 30. Mal. In Bezug auf die mediale Berichterstattung zu diesem Thema würden wir uns gern positiv überraschen lassen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sie sich in Bildern des brennenden Vertragsarbeiterheims erschöpfen wird, ohne auf die von Medien und Politik forcierte rassistische Debatte in den 90ern einzugehen, geschweige denn den Betroffenen wirklich Raum zu geben.

Wir haben darum vietnamesische Aktivist*innen und ehemalige Vertragsarbeiter*innen zu einem gemeinsamen Podium eingeladen, um zusammen über ihre Situation in den 90ern zu reden und zu versuchen, Rückschlüsse für das Heute zu ziehen.

Eintritt gegen Spende!

 

Datum: Mi, 17.08.22
Zeit: 19:30 Uhr