In Kooperation mit NEA.

Der Dokumentarfilm »Schlafe mit den Schuhen an« (2020) setzt sich mit der Geschichte von Tamara und Adrià auseinander, zwei linken Aktivist*innen aus Katalonien, die 2018 wegen Rebellion, Aufruhr und Terrorismus angeklagt wurden. Tamara und Adrià, Mitglieder der CDRs (Comité de Defensa de la República, auf Deutsch: Komitee zur Verteidigung der Republik), nahmen im März 2018 an den friedlichen Protesten gegen die politische Repression in Katalonien teil, bei denen Autobahnen blockiert und Mautstationen geöffnet wurden. Anlass war die Inhaftierung von Mitgliedern der katalanischen Regierung, die das Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober 2017 ermöglichten. Als die Guardia Civil (spanisches Paramilitär) am 10. April 2018 in Adris Wohnung auftauchte, um den 27-jährigen zu verhaften, konnte er das Haus über den Balkon verlassen und fliehen. Adri befindet sich seitdem in Belgien, wo er – wie andere Opfer der spanischen Repression z.B. der Rapper Vàltonyc oder der ehemalige Präsident der katalanischen Regierung Carles Puigdemont auf ein faires Gerichtsverfahren hofft. Im Gegensatz dazu wurde Tamara verhaftet. Nach wenigen Tagen der Untersuchungshaft in Madrid durfte sie in ihren Heimatort, die Kleinstadt Viladecans südlich von Barcelona, zurückkehren, diesen jedoch mehr als ein Jahr lang nicht verlassen. Die Anklage gegen Tamara, die nicht nur eine bekannte Aktivist*in der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung ist, sondern sich auch in feministischen und antifaschistischen Initiativen wie die »Unitat Contra el Feixisme i el Racisme« engagiert, basiert auf einer Sprachnachricht, in der sich die 36-jährige für die Organisation eines unbefristeten Generalstreiks positionierte. Darauf aufbauend wurde ihr ebenfalls vorgeworfen, einen Anschlag gegen die Polizeiwache der Guardia Civil in Barcelona geplant zu haben. Beweise dafür gibt es bis heute nicht. Der Prozess gegen sie ist bis heute nicht abgeschlossen »Schlafe mit den Schuhen an« gibt uns einen Einblick in den repressiven Strategien des spanischen Staates gegen linke Aktivist*innen, den damit verbundenen Unsicherheiten und den zwei möglichen Wegen, gegen diese Repression zu kämpfen: Aus dem Exil oder vor Ort.

Eintritt gegen Spende. Für diese Vorstellung gibt es keinen VVK.

Einlass 19:45
Filmstart 20:45

Datum: So, 23.08.20
Zeit: 20:45 Uhr
Veranstaltungsort: Kleine Bühne
Kategorien: Film
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