Defa-Donnerstag: Kurzdoku-Abend

Wir zeigen einige Kurz-Dokumentationen aus der DDR: Aschermittwoch, Weil ich ein Dicker bin, Podo, Das Singen im Dom zu Magdeburg und Karbidfabrik.

DIE KARBIDFABRIK ◄ 1988, 25 min, R: Heinz Brinkmann  Aufgrund der steigenden Rohölpreise sah sich die DDR gezwungen, die ineffiziente und umweltbelastende Carbochemie weiter auszubauen: Kohle und Kalk wurden bei hoher Hitze zu Karbid und damit zum Grundstoff für „Plaste und Elaste“ verschmolzen. Der Blick in die veraltete Karbidfabrik der VEB Chemische Werke Buna in Schkopau zeigt das Dilemma. Die Männer am Abstich schieben 12-Stunden-Schichten. Des Geldes wegen. Doch jeder ist froh, wenn er am Abend wieder gesund nach Hause kommt, während die giftigen Abwässer in die Saale fließen. (werkleitz.de)

WEIL ICH EIN DICKER BIN ◄ 1988, 20 min, R: Christiane Hein  Der achtjährige Robert Becher geht in die 1. Klasse einer POS in Erfurt. Seit seiner frühesten Kindheit ist Robert übermäßig dick und hat dadurch Probleme mit anderen Kindern. Diese haben zugenommen, seit er zur Schule geht. Robert wird von anderen Kindern oft abgelehnt und gehänselt.

PODO ◄ 1988, 18 min, R: Peter Rocha  Podo trägt lange Haare, hört Heavy Metal und fiel in seiner Potsdamer Großbäckerei durch Arbeitsbummeleien auf. Mit Hilfe eines verständnisvollen Altkollegen will er vielleicht „ein sozialistisches Mitglied unserer Gesellschaft werden“ oder, anders als der Film zunächst suggeriert: doch bloß einfach seine Ruhe haben.

DAS SINGEN IM DOM ZU MAGDEBURG ◄ 1988, 20 min, R: Peter Rocha  Jüdische und christliche Musik verschmelzen in diesem Film über einen der ältesten Chöre Deutschlands, den Chor im Magdeburger Dom, der seit 1980 gemeinsam mit dem Oberkantor der jüdischen Gemeinde Westberlins, Estrongo Nachama, auftritt. Den Chor gab es schon, als Walther von der Vogelweide hier Weihnachten feierte, der Dom hat Verwüstungen und Kriege überlebt, zuletzt die Bombardierung Magdeburgs im Januar 1945. „Ach, wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war“, singt der Chor. Wieviel Hoffnung liegt darin, wenn dieser Chor nun gemeinsam mit Estrongo Nachama probt und singt.

ASCHERMITTWOCH ◄ 1989, 19 min, R: Lew Hohmann  Der Titel ein Stimmungsbild: Prenzlauer Berg 1989, Angelika Wettstein, alleinerziehende, fröhliche Mutter von sechs Kindern, arbeitet in der Kaufhalle Pappelallee. Ein Job an der Kasse, oberflächlich betrachtet kaum anders als heute, und doch eine vollkommen andere Welt.

  • Beginn: 21:45 Uhr

    Preis: 6,50 €